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Dienstag, 25. Februar 2014

Fazit & Goodbye

Heute steht für mich die schwerste Aufgabe an: Ein kurzes übersichtliches Fazit zu meiner gesamten Forschung schreiben (und kurzfassen ist meine größte Schwäche).

Dies ist der letzte Post für meinen Blog, welcher im Rahmen "Digitale Kommunikation" entstanden ist. Während der letzen fünf Monate konnte ich neben meiner Forschung auch einige Tools kennenlernen und habe meine Lernfortschritte bezüglich Bloggen extra festgehalten. Einen Überblick gibt es in meinem abschließenden "Ich-werde-Blogger-Post".

Erforscht habe ich wie Zeitungen in Social Media funktionieren, beziehungsweise besser gesagt, welche Kommunikationsprozesse sie anstreben. Darauf gekommen bin ich durch die Überlegung, dass Zeitungen mittels Social Media ihre typischen Feedbackkanäle in Form von Leserbriefen ablösen könnten. Da es aber noch mehr mögliche Zwecke von Social Media für Unternehmen gibt, kam ich auf folgende Forschungsfrage:

Welche Kommunikationsprozesse und Ziele streben Zeitungen mit einem Social Media-Auftritt an?


Grundlage meiner Forschung waren zunächst Theorien und Definitionen zu Digitaler Kommunikation und Social Media. Hauptaugenmerkt lag aber auf Theorien, Ratgebern und Studien zu Unternehmen in Social Media. Anhand dessen habe ich Kategorien gebildet, woraus ich einen Leitfaden entwickelt habe, der sowohl offene als auch geschlossene Fragen enthielt. Ergänzt habe ich meine Erhebung durch eine genaue Betrachtung und Vorstellung meiner Untersuchungsgegenstände. Aufmerksame Leser wissen, ich habe meine Forschung von einer Zeitung auf mehrere ausgeweitet. Untersuchungsgegenstände waren somit die überregionalen Zeitungen taz - die Tageszeitung, SZ- Süddeutsche Zeitung und FZ- Frankfurter Zeitung, regionale Zeitungen das freie Wort, Offenbach-Post und Fränkische Nachrichten. Fünf der sechs Zeitungen haben an meinem schriftlichen Interview teilgenommen. Ich bin sehr zufrieden mit der Entscheidung die Untersuchungsgegenstände zu erweitern, da aufgrund von Anonymisierungswünschen, nur so die Veröffentlichung meiner Ergebnisse möglich war!

Die Ergebnisse habe ich einmal Allgemein betrachtet, aber auch unterschieden zwischen Regional und Überregional.

Zur Darstellung der allgemeinen Ergebnisse eignet sich eine übersichtliche Tabelle:


Kategorien
Wichtigste Einzelziele der Kategorien
Ziel /eher Ziel
Reichweite
Reichweitensteigerung
Virale Effekte
Infoquelle für Zeitungen

Personalisierte Inhalte
Zielgruppengenaue Ansprache
Neutral
Marketing

Kundenbeziehungsmanagement
Neue Kunden
Beziehungen pflegen
Feedbackkanäle ergänzen
PR

eher kein Ziel
Produkte
Produktwerbung
Marktforschung

Kein Ziel

bisherige Feedbackkanäle ablösen


Zielen der Social Media-Nutzung von regionalen und überregionalen Zeitungen:
Im Großen und Ganzen lässt sich eine gemeinsame Entwicklung feststellen. Die Gewichtung der einzelnen Ziele und angestrebten Kommunikationsprozesse unterscheidet sich meist nur minimal. Die größten Unterschiede sind folgende:
  • Erschließen neuer Vertriebswege: Dieser Aspekt hat für überregionale Zeitungen logischerweise einen höheren Stellenwert als für regionale Zeitungen. Dies liegt aber sehr wahrscheinlich am Verbreitungsgebiet.
  • Kundenbeziehungsmanagement: Überraschend, aber auch hier ist der größer Unterschied festzustellen: sowohl das Gewinnen neuer Kunden als auch die Pflege bestehender Beziehungen ist überregionalen Zeitung einiges wichtiger als den regionalen. Auch hier würde ich das Verbreitungsgebiet als Grund vermuten, da ein regionales Gebiet irgendwann gesättigt ist und es schwer ist neue Kunden zu finden und zu gewinnen, Leser auch seltener wechseln aufgrund kleinerem Angebot in diesem speziellen Vertriebsgebiet. Ganz im Gegensatz zu überregionalen Zeitungen, die ihren Leserkreis viel weiter ausbauen können.
 

Fazit des Fazits:

Wie funktioniert Zeitung zu Zeiten von Social Media? 
Diese Frage habe ich mir zu Beginn der Forschungsarbeit gestellt.
Meine Antwort ist eine Kombination aus den freien und qualitativen Antworten und den in der Tabelle dargestellten quantitativen Angaben:
Social Media ist für Zeitungen ein unumgänglicher Trend und wer bestehen will muss mit der Zeit gehen. Konkurrenten und Leser drängen Zeitungen in diesen Bereich. Genau festlegen, was denn nun das Hauptziel ist, fällt schwer, da Social Media viele Möglichkeiten bietet und man keine verpassen möchte. Zeitungen versuchen daher, alle Kommunikationsprozesse mehr oder minder auf Social Media zu vereinen und zu betreiben - darauf komme ich, da keiner der Punkte abgelehnt wurde und nahezu alles als eher wichtig eingestuft wurde. Was kommt und sich ergibt, wird mitgenommen. Der Fahrplan hat also viele Haltestellen. 
Kombiniert man die abgefragten Zwecke mit den Angaben der qualitativen Daten ergibt sich daher kein klares Bild, auch manchmal innerhalb der Antworten einzelner Zeitungen. Dennoch gewichten Zeitungen ihre Ziele und angestrebten Kommunikationsprozesse, wodurch sich im Großen und Ganzen ein Trend erkennen lässt:
Insgesamt lassen sich die Punkte Reichweite, Kundenbeziehungsmanagement, personalisierte Inhalte und das Sammeln eigener Informationen zu einem großen Ziel zusammenfassen: Man möchte auch in Social Media vertreten - also überall erreichbar sein. Man möchte seine Reichweite erhöhen, bekannter werden, Artikel weiterstreuen und auch virale Effekte nutzen, wodurch man sich neue Kunden erhofft und auch eine andere Zielgruppe ansprechen möchte als über andere Kanäle wie zum Beispiel Print, Webseite und E-Paper. Vor allem erhofft man sich die Ansprache einer jüngeren Zielgruppe. Gleichzeitig ergibt sich eine leichtere, schnellere und unkompliziertere Kommunikation von der man profitieren möchte: Fehler schneller korrigieren, Geschichten vertiefen und erweitern, neue Informationen sammeln, bei Unklarheiten Erklärungen bieten. Man will den Dialog und die Interaktion mit Lesern eingehen und dieser Punkt trägt gleichzeitig zur Pflege bestehender Beziehungen bei.
Es gibt daher nicht ein Ziel sondern eine Kombination dieser genannten angestrebten Kommunikationsprozesse. Erschließen sich dadurch weitere Möglichkeiten wie beispielsweise Backlinks auf das eigene Portal oder Möglichkeit zu Öffentlichkeitsarbeit, wird diese Option nicht ignoriert sondern versucht zu integrieren. Zeitungen sind in diesem Fall Offen für (fast) Alles. 
Nur eines soll auf keinen Fall geschehen: bisherige Feedbackkanäle ablösen. Zwar führt es unweigerlich zur verminderten Nutzung bisheriger Feedbackkanäle, sie sollen aber beibehalten werden. Viel mehr geht es um die Ergänzung der Kanäle mittels Social Media, welches eine schnellere und einfacher Kommunikation mit Lesern ermöglicht, was wiederrum an die Kombination der oben genannten Punkte anschließt.

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So, mit kurz wars wohl nichts, aber immerhin habe ich es probiert.
Ich hoffe ihr hattet die Geduld und das Interesse trotzdem hin und wieder in meinen Blog zu schauen und meine Beiträge und Ergebnisse zu lesen.
Ich für mich kann sagen, es waren sehr interessante und spannende fünf Monate und ich finde man sollte den Zeitungen auch öfter Feedback geben, da sie so ihr Angebot anpassen und optimieren können und davon im Endeffekt jeder profitiert!

Daher auch Danke an die Zeitungen die an meiner Untersuchung teilgenommen haben. Ich habe mich sehr über die Antworten und die Mithilfe gefreut!!

Danke auch an eine E-Learning-Community, die mir mit Kommentaren, persönlichen Gesprächen und Gruppentreffen stets eine große Hilfe und Unterstützung war und auch einige sehr gute Ideen und Anregungen eingebracht hat.

Jetzt bleibt nur noch zu sagen: Allen andern Bloggern, egal ob über Wissenschafts- oder Alltagsthemen:  
Happy Blogging!! :)

Dienstag, 4. Februar 2014

Vorstellung + Analyse Untersuchungsgegenstände

Ein weitere Punkt der aussteht, soll heute endlich behandelt werden: Die genauere Vorstellung meiner Untersuchungsgegenstände.
Da ich es sehr spannend finde zwischen den Social Media-Auftritten der regioanlen und überregionalen Zeitungen Vergleiche zu ziehen und das auch bei der Auswertung später vorhabe, möchte ich bei der Vorstellung der Zeitungen genauer darauf eingehen und habe deshalb eine kleine Analyse zu den Social-Media-Auftritten der jeweiligen Zeitung durchgeführt.
Zunächst stelle ich die Informationen und Zahlen jedoch einzeln vor. Erst im Anschluss daran folgt eine für einen Vergleich angemessene Darstellung.

Einzeldarstellung


Überregionale Tageszeitungen:

FAZ: Frankfurter Allgemeine Zeitung

- gehört zum Verlag Frankfurter Allgemeine Zeitung²
- gegründet am 01.11.1949 ³
- Sitz: Frankfurt am Main ³
- Auflage: 329.705 verkaufte Stück im 4.Quartal 2013 (IVW)²
- Genutzte Social-Media-Kanäle:
Facebook:   
- 127.075 "Gefällt mir"
- 146 Posts vom 20.01-03.02.2014 -->   im Durchschnitt 9,73 Posts/Tag
Twitter:
- 13.400 Follower
- insgesamt 134.000 Tweets
Google+:
- in den Kreisen von 55.786 Personen
- 80.966 "+1"  

 SZ: Süddeutsche Zeitung

- gehört zur Süddeutsche Zeitung GmbH²
- gegründet am 06.10.1945 ³
- Sitz: München³
- Auflage: 400.647 verkaufte Stück im 4.Quartal 2013 (IVW)²
- Genutzte Social-Media-Kanäle:
Facebook:   
- 137.836 "Gefällt mir"
- 169 Posts vom 20.01-03.02.2014 -->   im Durchschnitt 11,26 Posts/Tag
Twitter:
- 159.000 Follower
- insgesamt 23.500 Tweets
Google+:
- in den Kreisen von 15.587 Personen
- 57.708 "+1"

TAZ: die tageszeitung

- gehört zur TAZ Verlags- & Vertriebsgesellschaft²
- gegründet 1979³
- Sitz: Berlin³
- Auflage: 58.121 verkaufte Stück im 4.Quartal 2013 (IVW)²
- Genutzte Social-Media-Kanäle:
Facebook:   
- 85.699 "Gefällt mir"
- 59 Posts vom 20.01-03.02.2014 -->   im Durchschnitt 3,93 Posts/Tag
Twitter:
- 149.000 Follower
- insgesamt 25.100 Tweets
Google+:
- in den Kreisen von 6.323Personen
- 14.864 "+1"

Regionale Tageszeitungen:

freies Wort

- gehört zur Suhler Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG²
- gegründet am 1952 ³
- Sitz: Suhl³
- Auflage: 36.703 verkaufte Stück im 4.Quartal 2013 (IVW)²
- Genutzte Social-Media-Kanäle:
Facebook:   
- 6.741 "Gefällt mir"
- 36 Posts vom 20.01-03.02.2014 -->   im Durchschnitt 2,4 Posts/Tag
Twitter:
- 1.561 Follower
- insgesamt 8.157 Tweets
Google+:
- 0 Beiträge
- in den Kreisen von 43 Personen
- 44 "+1"  

Fränkische Nachrichten

- gehört zur fränkischen Nachrichten Verlags-GmbH²
- gegründet 1946³
- Sitz: Tauberbischofsheim³
- Auflage: 25.868 verkaufte Stück im 4.Quartal 2013 (IVW)²
- Genutzte Social-Media-Kanäle:
Facebook:   
- 10.535 "Gefällt mir"
- 57 Posts vom 20.01-03.02.2014 -->   im Durchschnitt 3,80 Posts/Tag
Google+:
- in den Kreisen von 38 Personen
- 49 "+1"

Offenbach-Post

- gehört zum Pressehaus Bintz Verlag GmbH & Co.KG²
- gegründet am 1979³
- Sitz: Offenbach³
- Auflage: 37.698 verkaufte Stück im 4.Quartal 2013 (IVW)²
- Genutzte Social-Media-Kanäle:
Facebook:   
- 3.466 "Gefällt mir"
- 100 Posts vom 20.01-03.02.2014 -->   im Durchschnitt 6,67 Posts/Tag
Twitter:
- 744 Follower
- insgesamt 5.953 Tweets
Google+:
- in den Kreisen von 30 Personen
- 60 "+1"  

Vergleichende Darstellung

Da dies sehr viele Daten sind, die in einem Blick kaum erfassbar sind, auch aufgrund der großen Anzahl der Untersuchungsgegnstände, folgt nun eine visuell attraktivere Darstellung die Möglichkeit für Vergleiche bietet. Die Idee zu dieser schöneren und übersichtlichere Darstellung stammt erneut von Ellis Blog, die das Tool "Infogram" bereits ausprobiert hat. Und nun gehöre auch ich zu den Infogram-Nutzer ;)

Unterhalb der Darstellung findet ihr noch ein paar Kommentare und Anmerkungen meinerseits.


Für mich gab es ein sehr auffälliges Ergebnis, das vielleicht auch auf die Auswertung Einfluss haben könnte. Es handelt sich hierbei um Diagramm2, Durchschnitt nach Zeitungstyp. Meine  Untersuchungsgegenstände der regionalen Zeitungen posten nur halb so viel wie die der überregionalen Zeitungen. Klar ist an diesem Punkt zu sagen: ich habe zufällige zwei Wochen ausgewählt - praktikscherweise die vergangenen zwei Wochen - und es ist fraglich ob sich das Ergebnis auf die Postanzahl und Postgewohnheiten im ganzen Jahr übertragen lässt. Da ich aber drei Zeitungsauftritte pro Bereich für zwei Wochen analysiert habe, vermute ich eine relativ wahrheitsgetreue Abbildung der Post-Häufigkeit erreicht zu haben. Fazit demnach: Überregionale Zeitungen die auch eine höhere Auflagenzahl haben, posten doppelt so häufig wie regionale Zeitungen in Facebook und haben auch etliche mehr Fans ( Überregional im Durchschnitt auf allen Plattformen: 91.838, Regional fast 30mal weniger: 3.165). Bei der finalen Auswertung der Interviews werde ich darauf achten, ob es auch größere Unterschiede zwischen Zielen und Absichten bei den Kommunikationsprozessen der Zeitungen auf Social Media gibt. Unter Umständen haben kleine Zeitungen nicht nur weniger Follower und Posts sondern eventuell damit einhergehend auch andere angestrebte Kommunikationsprozesse.

Ein überraschendes Ergebnis für mich war noch Diagramm 3, Durchschnitt Plattformen. Sprich die durchschnittliche Follower-Anzahl meiner Untersuchungsgegenstände je nach Plattform. Dabei hat Twitter die meisten Follower. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Fakt den Beweggründen der Nutzung der Rezipienten zuzuschreiben ist. Facebook hat die wenigstens Follower der Zeitungsplattformen eventuell deshalb, weil der Nutzungsgrund dieser sozialen Plattform der Ausstausch mit Freunden ist. Man möchte jeden Tag erfahren was bei den Bekannten und Verwandten los ist, wo sie stecken und was sie machen. Bei Twitter und wahrscheinlich auch Google+ steht im Gegenzug dazu eher die Information im Vordergrund. Man abonniert daher die Tweets von Zeitungen und hält sich so über das Weltgeschehen auf dem Laufenden. Meine Annahme wird vom Aufbau und den Funktionen von Twitter unterstützt, da die private Nachrichtenübermittlung auf Twitter im Gegensatz zu Facebook nicht möglich ist.

Ich weiß das ist eine gewagte Annahme... daher die Frage: wie würdet Ihr euch die Zahlen erklären?


Quellenverzeichnis:
  • ² IVW:Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V., URL Suchfunktion: http://daten.ivw.eu/index.php?menuid=15&u=&p=
  • ³ Facebook: jeweiliger Facebook-Auftritt der Zeitungen mit Info-Seite
  • Rest: Facebook, Twitter, Google+ und Youtube-Kanal der jeweiligen Zeitung, URL's jeweils im zugehörigen Text, zuletzt abgerufen am 04.02.2014, 14.55Uhr.

Montag, 3. Februar 2014

Leitfaden

Hallo meine Lieben,
wie angekündigt steht noch die Vorstellung meines Leitfadens im Raum. Das möchte ich mit diesem Post nachholen.

Bei der Erstellung meines Leitfadens für die schriftlichen Interviews habe ich zunächst die Unterteilung in zwei Bereiche getroffen:
1. Einen ersten, freien Teil - hier wurden offene Fragen zur Social Media Nutzung gestellt. Es gab also keine Antwortvorgaben. Es war wichtig die Fragen von diesem Teil als erstes zu Stellen, damit der Interviewpartner unvoreingenommen, also unbeeinflusst vom zweiten, konkreteren Teil, antworten kann. Da es sich um ein schriftliches Interview handelt, fehlt wie in diesem Post (Methodisches Vorgehen)  beschrieben, eine Kontrollinstanz und es ist daher natürlich nicht ausschließbar, dass der Interviewpartner vorher sich alle Fragen angeschaut hat.

2. Einen konkreteren, Abfrage Teil - Im zweiten Teil ging es um eine konkretere Abfrage einzelner Ziele und Zwecke, sprich es gibt Antwortvorgaben. Diese habe ich im Vorfeld erarbeitet und bereits in diesem Post, zu den ausgewählten Kommunikationsprozessen meiner Untersuchung, vorgestellt und näher erläutert. Die Befragten sollten in diesem Teil die einzelnen Kommunikationsprozesse beurteilen. Hierzu stand eine fünf-stufige Skala zur Verfügung (Ziel - eher Ziel - Weder noch - eher kein Ziel - kein Ziel) und die Möglichkeit wurde angeboten "weiß nicht" oder "Keine Angabe" auszuwählen. Zusätzlich wurden die Befragten um Begründungen oder Beispiele gegebeten.

Das gesamte Dokument habe ich in Word mittels "Expertentools" erstellt. Mit diesem Tool ist es möglich, Fragebögen und Formulare in Word zu kreieren und Kästchen zum Ankreuzen oder Felder für Texte einzufügen. Nach dem Gruppieren des Fragebogens, kann der Empfänger des Dokumentes (sofern er die Gruppierung nicht wieder aufhebt) auch keine Änderungen am Fragebogen vornehmen und nur an den Stellen Texte schreiben, an denen dies vorgesehen ist, beziehungsweise nur dort Kreuze setzen, wo auch Kästchen angebracht sind. Diese Funktion sehe ich als großen Vorteil bei der Befragung, auch hinsichtlich der Usability für die Befragten, da so klar ist, wo Texte geschrieben werden und Kreuze gesetzt werden sollen. Dies kann durch einfach Anklicken geschehen und es muss nicht ein X oder ein anderes Zeichen auf der Tastatur in Beispielsweise eine Tabelle eingetragen werden, was im Endeffekt recht umständlich wäre. Somit ein gutes, praktisches und vor allem nützliches Tool!

Das konkrete Dokument kann hier heruntergeladen und eingesehen werden (keine Angst, es handelt sich um den Public-Ordner meiner Dropbox).

Wer es sich lieber ohne Download ansehen möchte, für den habe ich hier eine Zusammenstellun des Anschreibens und des Leitfadens auf eine virtuellen Pinnwand gezaubert.
Die Idee mit Padlet habe ich von Ellis Blog hier - vielen Dank dafür an dieser Stelle ;) 



Inzwischen ist schon einige Zeit seit Versenden der Interviewleitfäden vergangen. Mein Erhebungszeitraum wird daher auch bald beendet sein. Leider habe ich bisher erst ein ausgefüllten Bogen zurück erhalten und zwei Email-Antworten mit der Bitte um eine Erinnerung Anfang Februar, da die Zuständigen erst dann wieder zeitlich für solche Dinge verfügbar sind. Neben diesen erwünschten Erinnerungsmails werde ich mich in den nächsten Tagen auch noch einmal an diejenigen wenden, von denen bisher keine Antwort kam. Eventuell ist meine Email am Jahresanfang "einfach" bloß untergegangen...

Daher: Drückt mir die Daumen für die restliche Zeit;)



Freitag, 24. Januar 2014

Methodisches Vorgehen

Wie in meinen vorherigen Beiträgen ersichtlich wurde, mache ich ein schriftliches Interview. Um mein methodisches Vorgehen jedoch noch einmal genauer zu beleuchten, erfolgt hier eine kurze Zusammenfassung:

Mit der Erfoschung von Kommunikationsprozessen und Ziele von Zeitungen in Social Media befinden wir uns im Bereich der Primärforschung. Zwar gibt es schon einige Literatur zu Unternehmen in Social Media, vor dazu, wie man es am erfolgsversprechendsten nutzt, oder auch einige Studien, sowie die Studie von Bitkom, die ich in diesem Beitrag vorgestellt habe, konkrete Forschungen oder Ergebnisse zu Zeitungen in Social Media, sind leider nicht auffindbar.

Entsprechend der Primärforschung bewegen wir uns außerdem vordergründig im Bereich der qualitativen Forschung. Allerdings strebe ich einen Mix zwischen quantitativer und qualitativer Erhebung an. Einerseits wird die Frage nach Prozessen und Zielen offen gehalten, in einem zweiten Teil beschäftige ich mich aber mit den Prozessen und Zielen von Unternehmen allgemein und werde diese ebenfalls abfragen.

Da ich nur eine Erhebung zu einem Zeitpunk vornehme ist dies außerdem ein Querschnitt. Eine anschließende Längsschnittstudie und die Überprüfung in etwa fünf Jahren, inwieweit sich die Gründe und Ziele geändert haben, wäre aber sehr interesannt und gibt Anlass zu weiteren Forschungsarbeiten.

Da mein Forschungsinteresse bisher relativ wenig erforscht worden ist und da oft Ziele und Umsetzung/ Erscheinungsbild Unterschiede aufweisen, werde ich keine Inhaltsanalyse vornehmen sondern mir eine Experten-Befragung zu Nutzen machen. Zum Verständnis noch einmal kurz: Ich könnte mit Theorie zu Unternehmen in Social Media eine Analyse der Social-Media-Kanäle von Zeitungen vornehmen, dabei würden allerdings neue Aspekte verloren gehen, ich würde nur auf bisherigen Feststellungen aufbauen, die zudem nicht zeitungsspezifisch sind und ich würde mir nur die Umsetzung anschauen, unter Umständen aber nichts über die eigentlichen Ziele und Prozesse erfahren. Um genau Informationen zu erhalten, ist es daher wichtig "an der Quelle" anzusetzen und die Social Media-Zuständigen direkt zu fragen. Eine anschließende Analyse der Kanäle und ein Vergleich der gesetzten Ziele und der tatsächlichen Umsetzung/Wirkung ist dabei nicht auszuschließen, sondern sogar empfehlenswert für die weitere Forschung.

Datenerhebungsmethode wird ein schriftliches Interview sein. Dabei verwende ich eine netzbasierte- beziehungsweise Online-Befragung. Meine Fragebögen werden per E-Mail an meine Untersuchungsgegenstände verschickt (vgl. Scholl, 2003, S. 46). Dabei habe ich darauf geachtet, konkrete Personen ausfindig zu machen, die für die Social Media-Betreuung zuständig sind, damit die Emails von Ihnen bearbeitet werden und nicht von Person zu Person weitergeleietet werden und dabei verloren gehen.
Die schriftliche Befragung per Mail bietet sich deshalb sehr gut an, da der Aufwand hinsichtlich organisatorischen, finanziellen und zeitlichen Faktoren viel geringer ist, als beispielsweise bei einer mündlichen Befragung, bei der Telefonkosten entstehen und Termine vereinbart werden müssen. So kann mir geantwortet und das Interview gemacht werden, sobald der Interviewpartner Zeit dafür findet - hier steht also ganz eindeutig der Vorteil der Flexibilität. Auch die geografische Entfernung spielt somit keine Rolle und kann einfach überwunden werden - die Zielperson ist also gut erreichbar.
Desweiteren können durch eine schriftliche Befragung externe Effekte ausgeschlossen werden, wie beispielsweise Interviewfehler oder soziale Erwünschtheit (vgl. Scholl, 2003, S. 47f.; vgl. Atteslander, 2003, S. 175).
Um auch die Nachteile zu nennen, ist die Rücklaufquote bei einer schriftlichen Befragung in der Regel geringer als bei Interviews in beispielsweise mündlicher Form. Ursachen dafür sind meist unbekannt, der Fragebogen kann zum Beispiel einfach vergessen werden (vgl. Scholl, 2003, S. 49). Um den entgegenzuwirken werde ich allen Interviewpartnern noch einmal eine Erinnerungsmail zukommen lassen.
Ein weiterer Nachteil ist die unkontrollierte Befragungssituation. Es gibt keine Garantie dafür, wer den Fragebogen ausfüllt beziehungsweise mit wessen Hilfe oder dass der Fragebogen gemäß der Vorgaben ausgefüllt wird oder die Reihenfolge eingehalten wird. Spontane Antworten sind zudem seltener, da der Befragte sich vorab den ganzen Fragebogen ansehen kann und über seine Antworten nachdenken kann (vgl. Scholl, 2003, S. 50.; vgl. Atteslander, 2003, S. 175). Der letzte Punkt ist für einige Interviewpartner allerdings auch der angenehmere Weg, weshalb manche für ein Interview in schriftlicher Form offener sind.
Als letzter Nachteil ist noch die fehlende Möglichkeit von direkten Nachfragen aufgrund von Verständlichkeitsproblemen zu nennen (vgl. Scholl, 2003, S. 50; vgl. Atteslander, 2003, S. 175). Dieses Problem habe ich allerdings durch einfache Formulierungen probiert zu umgehen und durch die Aufforderung bei Nachfragen mich telefonisch oder per Mail zu kontaktieren und auch umgekehrt - bei Verständnisproblemen der Antworten, den Interviewpartner nachträglich zu kontaktieren.

Die Mails incl. Fragebogen wurden bereits vor einigen Tagen verschickt. Ich bin sehr gespannt, wie die Rücklaufquote sich bei mir gestalten wird und welche Ergebnisse zu Tage kommen.
Definitiv werde ich aber noch einmal eine Erinnerungsmail an alle Interviewpartner versenden.
Bis dahin darf man gespannt bleiben!


Quellenverzeichnis:
  • Atteslander, P. (2003): Methoden der empirischen Sozialforschung, 10. Auflage. Berlin: Walter de Gruyter
  • Scholl, A. (2003): Die Befragung. Sozialwissenschaftliche Methode und kommunikatinswissenschaftliche Anwendung. Konstanz: UVK


Dienstag, 21. Januar 2014

Ausgewählte Kommunikationsprozesse für meine Untersuchung

Wie in einem meiner letzten Posts angekündigt, werde ich die vorgestellte Liste der Ziele von Social-Media-Nutzung von Unternehmen noch modifizieren. Einen Teil der Punkte werde ich aussortieren, unterordnen und einen Teil auch ein wenig genauer erklären. Auf Grundlage dieser Arbeit habe ich in den vergangenen Tagen meinen Leitfaden für die Interviews mit den verschiedenen Zeitungen erstellt. Demnächst stelle ich Euch diesen dann auch noch vor.
Doch erst die angekündigte Anpassung. Zur Info: in meinem letzten Post waren manchen Oberbegriffen mehrere Unterpunke zugeordnet. Damit ihr diese hier auch wiederfindet habe ich Sie für euch unterstrichen.

1. Schritt
Hier werden die Aussortierten und untergeordneten Punkte vorgestellt.

Aussortiert werden....
  • Kundenservice, Support -> da Zeitungen diese Funktion nicht unbedingt über Social Media- Plattformen anbieten, sondern viel mehr über ihre eigene Webseiten. Zu diesem Schluss kam ich nach kurzem Überblicken der Kanäle auf Twitter und Facebook. Zumal bei Zeitungen ein Support auch nicht in gleichem Maße notwendig ist wie zum Beispiel für Elektrogeräte.
  • Personalmarketing -> Ein kurzer Blick auf die Social-Media-Auftritte der ausgewählten Zeitungen zeigt, dass aktuell niemand darüber neues Personal sucht. Somit ist dieser Punkt zu vernachlässigen. Außerdem wird mit dem öffentlichen Auftritt keine interne Kommunikation angestrebt.
  • Krisenkommunikation -> hier verhält es sich ähnlich der anderen Punkte: Es konnte keine derartige Kommunikation auch nur im Ansatz auf einem der Profile festgestellt werden. Im Vergleich zu beispielsweise einem Mineralölkonzern sind Zeitungen auch weniger von Krisenkommunikation betroffen.
  • Events -> solches konnte ebenso bei der Prüfung der Kanäle nicht als offensichtliche Absicht vermerkt werden und fällt schließlich auch weg.

Unklar sind folgende Punkte:
  • Aufbau von Beziehungen zu Multiplikatoren -> da die Zeitung selbst ein Multiplikator ist. Die umgekehrte Richtung ist jedoch möglich und die Zeitung könnte Nutzen aus dem Beziehungsaufbau zu Unternehmen ziehen. Allerdings ist unklar, ob dies die vorranginge Absicht ist. Daher stufe ich diesen Punkt als weniger bedeutsam ein, werde aber, wenn möglich, versuchen ihn in meinem Leitfaden aufzugreifen.
  • Produkte -> Dieser Punkt ist meiner Meinung nach schwierig einzustufen. Konkret zu Werbezwecken werden die Kanäle nicht genutzt, indirekt machen die Zeitungen aber schon Werbung für ihre Produkte. Die Produktentwicklung könnte außerdem vorangetrieben werden durch Kundenfeedback. Diese beiden Punkte möchte ich in meinem Leitfaden daher auch berücksichtigen. Die Erschließung neuer Vertriebskanäle hingegen schließe ich aus, da ein Erwerb der Zeitungen oder kostenpflichtigen Apps nicht über die Social Media-Plattformen möglich ist.
  • Marktforschung -> Ebenso unklar ist, ob das Feedback der Kunden Marktforschungszwecken zuträgt. Da hierbei dann aber das Feedback als vorrangig angestrebter Kommunikationsprozess anzusehen ist, soll der Punkt Marktforschung ebenfall eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Verbesserung Image und Markenbekanntheit -> diese Punkte können einzeln behandelt werden oder aber, wie ich es tun werde, anderen Oberpunkten untergeordnet werden. In meinem Fall bietet es sich an die Verbesserung des Images der Öffentlichkeitsarbeit zuzuordnen und die Steigerung der Markenbekanntheit der allgemeinen Reichweitensteigerung, da Regional- und Lokalzeitungen davon weniger betroffen sind als Überregionale Tageszeitungen.

2.Schritt:
Jetzt möchte ich euch die ausgewählten Möglichkeiten, die ich definitiv im Leitfaden abfragen möchte, vorstellen.
  • Social Media zur Reichweitensteigerung: Eine von Milz durchgeführte Stichproben-Umfrage mit Medienmachern von kleinen regionalen sowie großen überregionalen Zeitungen zeigt, dass für Zeitungen Social Communitys aus angebotsorientierter Perspektive nicht wichtig sind. Dennoch sind alle Befragten auf diesen Kanälen aktiv. Hauptgrund hierfür ist, da sie auch auf diesem Medium wahrgenommen werden wollen und um mehr Reichweite zu erzielen (vgl. Milz, 2009, S. 217f.). Im Vergleich zu der gedruckten Version einer Zeitung, ist die Online-Version nicht in ihrer räumlichen Verbreitung eingeschränkt (vgl. Neuberger, 2003, S. 37). Social Media bringt außerdem den Vorteil mit sich, dass Zeitungsinhalte von den Nutzern selbst verbreitet werden können, was die Reichweite noch einmal zusätzlich steigert und den Nutzer zu einem wichtigen Multiplikator macht (vgl. Franz, 2010, S. 401). Vor allem der Aspekt, dass eine Weiterempfehlung (also Liken, Teilen, Retweeten, Favorisieren) von Informationen schnell, einfach und kostenlos ist, ist ein entscheidender Vorteil (vgl. Grabs & Bannour, 2011, S. 30) und kann zu viralen Effekten führen. Außerdem kommt Informationen die von Freunden verbreitet werden mehr Aufmerksamkeit zu, was widerrum der Reichweitensteigerung von Zeitungen zu Gute kommt.
  •  Personalisierung der Inhalte, zielgruppengenaue Ansprache: Wie Studien belegen empfindet die junge Generation, also die 14- bis 29jährigen die Printversion von Zeitungen weniger attraktiv und genau in dieser Zielgruppe werden auch die meisten Reichweitenverluste verzeichnet (vgl. Hippler, 2009, S. 128ff.). Genau diese Altersgruppe aber, ist die Hauptnutzergruppe von Social Media (vgl. Franz, 2010, S. 399ff.). Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Chance für Zeitungen, mittel Social Media speziell diese junge Zielgruppe anzusprechen und als Leser zu gewinnen (vgl. Trost & Schwarzer, 2012, S. 50). Ein weitere Punkt sind die von Nils in den Kommentar eines vorhergenden Posts angesprochenen Spartenkanäle. Einige Zeitungen haben sowohl in Facebook als auch in Twitter mehrere Social Media Auftritte innerhalb derer sie verschiedene Schwerpunkte setzen. Die FAZ zum Beispiel bietet bei Twitter die Kanäle: FAZ_Net Komplett, FAZ Sport, FAZ Auto, FAZ Politik, FAZ Wirtschaft und viele mehr an. So kann sich jeder die Themenkomplexe heraussuchen und abonnieren, die ihn besonders interessieren. So können Informationen dank Social Media besser personalisiert und zielgruppengenauer gestaltet werden.
  • Aufbau einer crossmedialen Präsenz: Heutzutage verbringen 53,76 Millionen Deutsche einen Großteil ihrer Zeit mit Internetnutzung, wovon knapp die Hälfte, 24,73 Millionen, Social Media nutzt (vgl. Busemann, 2013). Die Nutzer suchen beziehungsweise beschaffen sich relevante Informationen, nutzen das große Angebot im Internet und auf Social Media-Plattformen und interagieren und kollaborieren vermehrt sozial (vgl. Trost & Schwarzer, 2012, S. 48f.). Dieses Verhalten sollten Zeitungen unterstützen und gezielt nutzen, in dem sie versuchen ihre Nutzer auf verschiedenen Kanälen zu erreichen. Am Besten gelingt dies bei einer Kombination von Print, Online und Mobil (vgl. Kansky, 2009, S. 209). Eine Zeitung sollte die Informationen gezielt dort platzieren, wo sich die Nutzer aufhalten. Die zu Anfang genannten Zahlen zeigen: Auch Social Media gehört dazu. Ich konnte dazu noch ein schönes Zitat von Katharina Bochert finden, die Online-Chefredakteurin des WAZ-Portals "Der Westen" ist: "Man kann es sich heute als Redaktion nicht mehr leisten, Social-Media-Trends als bloßen Hpe beseite zu wischen und business as usual zu machen"(Borchert 2009; zit. nach Milz, 2009, S. 216).
  • Kundenbeziehungsmanagement: Social Media kann auch in Bezug auf Kunden genutzt werden. Es ermöglicht neue Kunden zu gewinnen, die zum Beispiel dank Teilfunktion von Freunden zunächst auf die Online-Präsenz der Zeitung aufmerksam geworden sind. Ein weitergehendes Interesse an der Print-Ausgabe ist dabei nicht auszuschließen. Ebenso aber können Bindungen zu Kunden gepflegt und gestärkt werden. Eine weitere Möglichkeit die mit dem eben genannten Punkt auch einhergeht ist die Möglichkeit der direkten Kommunikation und Feedback über Social Media oder im Optimalfall ein Dialog. Unter Umständen wird durch Social Media auch der traditionelle Feedback-kanal nicht nur ergänzt sondern gar nahezu abgelöst. Denn durch Facebook und Twitter haben Nutzer die Möglichkeit, schnell, einfach und kostenlos eine private Nachricht zu schicken oder ein öffentliches Kommentar unter einem Eintrag zu veröffentlichen. Die Zeitungen erhalten dadurch ein gutes Feedback, wie zum Beispiel ein besonders hohes Interesse für ein bestimmtes Thema und können dies in künftigen Berichten berücksichtigen. Doch nicht nur über das Feedback erhält die Zeitung Informationen, auch durch Likes, Shares oder tiefergehend auch persönliche Nutzerangaben erfährt das Unternehmen mehr über seine Kunden, ihr Verhalten und ihre Präferenzen. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich dem Kunden noch weitere Zusatzinformationen über Social Media zu geben, was ein besonderes und sehr attraktives Angebot einer Zeitung sein kann. 
  • zusätzliche Informationsquelle für die Zeitung selbst: Dieser Punkt war in meiner allgemeinen Aufzählung nicht vorzufinden. Bei meinen Recherchen bin ich allerdings auf ein tolles Video gestoßen, das ihr euch hier anschauen könnt, welches mich dazu veranlasste diesen Punkt noch mitaufzunehmen. Kurz zusammengefasst: Die Social Media-Redakteure erhalten zu manchen Themen Informationen über die Nachrichten- oder Kommentarfunktion von ihren Lesern, die berichtenswert sind und entweder ein ganz neues Thema eröffnen oder aber auch ein anderes Thema, über das bereits berichtet wird, tiefergehend behandeln. Die Social-Media Nutzer stellen somit auch eine wichtige Informationsquelle für Zeitungen dar, vor allem für Regional- und Lokalpresse.
  • Verbesserung Suchmaschinenranking: Suchmaschinen wie Google, Bing und Co geben Inhalten aus Social Media eine zunehmend größere Gewichtung. Beiträge in Facebook und Twitter werden zum Teil in Echtzeit durchsucht. Werden bei den Beiträgen auf der Social Media Präsenz zusätzlich Bilder und Videos verwendet, wird das Suchmaschinenranking zusätzlich positiv beeinflusst. Suchen Internetnutzer nach Informationen in Suchmaschinen, steigt also die Chance von Zeitungen mit ihrem Social Media-Auftritt eher angezeigt zu werden. Dadurch kann die Reichweite gesteigert werden (vgl. Grabs & Bannour, 2011, S. 31).
  • Erhöhung Traffic Unternehmenswebseite: An den eben genannten Punkt anschließend, kann durch ein besseres Suchmaschinenranking der Traffic auf der Unternehmenswebseite gesteigert werden. Mehr Leser bedeutet auch mehr potentielle Neukunden, sei es von der Onlineausgabe oder anschließend auch von der Printausgabe (vgl. Grabs & Bannour, 2011, S.31).
  • Öffentlichkeitsarbeit: Social Media ist eine gute Möglichkeit um die Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens kostengünstig, schnell und einfach zu erweitern. Mit potentiellen und bestehenden Kunden kann dadurch direkt, authentisch und unmittelbar kommuniziert werden. Dabei sollte aber eine gut überlegte Strategie und ein Leitfaden die Grundlage sein (vgl. Grabs & Bannour, 2011, S. 32).

3. Schritt:
Zu guter letzt möchte ich noch Prioritäten setzen und einige Punkte unterordnen. Es ergibt sich daher folgende finale Liste:
  • Reichweitensteigerung: Steigerung Leserzahl, virale Effekte, Aufbau Crossmedialen Präsenz, Verbesserung Suchmaschinenranking, Erhöhung Traffic Unternehmenswebseite, Markenbekanntheit steigern
  • Personalisierung der Inhalte, zielgruppengenau Ansprache
  • Kundenbeziehungsmanagement: neue Kunden, Kundenbeziehungspflege, Feedback/Dialog, Kundenverhalten/Präferenzen, Zusatzinformationen
  • Informationsquelle für die Zeitung
  • Öffentlichkeitsarbeit: PR und Imageverbesserung
  • Zusätzlich: Marktforschung, Produkte, Beziehungsaufbau zu Unternehmen
Anhand dieser Liste habe ich in den letzten Tagen einen Leitfaden entwickelt und bereits an Unternehmen versendet. Eine genauere Vorstellung des Leitfadens erfolgt in den nächsten Tagen.


Für Anmerkungen, Tipps oder Erweiterungen bin ich sehr dankbar!!


Quellenverzeichnis:
  • BITKOM (2012):  Social Media in deutschen Unternehmen. Berlin: BITKOM, abrufbar im Internet, URL: http://www.bitkom.org/files/documents/Social_Media_in_deutschen_Unternehmen%284%29.pdf; zuletzt abgerufen am 11.01.2014
  • Busemann, K. (2013): Wer nutzt was im Social Web? Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2013; online im Internet, URL: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=439 ; abgerufen am 13.01.2014
  • Franz, G. (2010): Digital Natives und Digital Immigrants: Social Media als Treffpunkt von zwei Generationen. In: Media Perspektiven, Nr. 9 / 2010, S. 399-409
  • Grabs, A.; Bannour, K.-P. (2011): Follow me! Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co. Bonn: Galileo Press
  • Heymann-Reder, D. (2011): Social Media Marketing. Erfolgreiche Strategien für Sie und Ihr Unternehmen. München: Addison-Wesley
  • Hippler, H.J. (2009): Sieben von zehn – Leistungswerte der Zeitungen und jugendliche Mediennutzung. In: BDZV: Zeitungen 2009. Bonn: ZV Zeitungs-Verlag Service: S. 125-140
  • Kansky, H. (2009): Kreativ durch die Krise - Zur Entwicklung der digitalen Geschäftsfelder. In: BDZV: Zeitungen 2009. Bonn: ZV Zeitungs-Verlag Services: S. 197-214
  • Milz, A. (2009): Surfen auf der Schaumkrone - Wie Redaktionen soziale Netzwerke nutzen können. In: BDZV: Zeitungen 2009. Bonn: ZV Zeitungs-Verlag Services: S. 215-226
  • Schindler, M.-C.; Liller, T. (2011): PR im Social Web. Das Handbuch für Kommunikationsprofis. Köln: O’Reilly Verlag
  • Trost, K. E.; Schwarzer, B. (2012): Social Web auf Online-Portalen deutscher Zeitungen. Eine empirische Untersuchung des Nutzungsverhaltens. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

Freitag, 17. Januar 2014

BITKOM Studie

Heute möchte ich euch noch die Ergebnisse einer Studie von BITKOM vorstellen.

2011/2012 wurden 723 zufällig ausgewählte Unternehmen verschiedener Größen online und telefonisch zu ihrer Social Media-Nutzung befragt, das hier sind die Ergebnisse:

Social Media Nutzung:
47% der befragten Unternehmen gaben an, Social Media zu nutzen. 15% sagten, sie würden die Nutzung planen. Dabei konnte keine Unterschied zwischen großen und kleinen Unternehmen festgestellt werden.
Die sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Google+ werden von 86% der Befragten genutzt, eine Präsenz auf Video-Plattformen haben circa 28% und Micro-Blogging-Dienste machen sich nur knapp 25% zu eigen.

Gründe:
Der Hauptgrund für die Social Media-Nutzung ist die externe Unternehmenskommunikation. Dazu gehören Marketing (71%), Öffentlichkeitsarbeit (59%) und Werbung (75%). Damit ich nicht jede Prozentzahl einzeln nennen muss, habe ich eine Grafik erstellt die euch die Gründe inklusive Prozentzahlen zeigt:

Anwendungsfelder von Social Media in Unternehmen, gesamt - eigene Darstellung. Quelle: Bitkomm, 2012, S. 12
Zu Gesamt zählen die Branchen Industrie/Baugewerbe, Dienstleistungen und Handel.

Ziele:
Die meisten Firmen, 82%, nutzen Social Media um die Bekanntheit des Unternehmens oder der Marke zu steigern. Für 72% spielt die Akquise neuer Kunden eine entscheidende Rolle. Und auch für Crowdsourcing nutzen 15% der Firmen Social Media und versuchen damit ihr Produkt- oder Dienstleistungs-Portfolie zu erweitern. Erschreckend ist, dass mehr als die Hälfte, 66% der Befragten, keine Ziele, die mit Social Media erreicht werden sollen, definiert haben.

Um alle Ziele und Prozentzahlen aufzuzeigen folgt wieder ein Diagramm.
Ziele von Social Media in Unternehmen, gesamt  - eigene Darstellung. Quelle: Bitkomm, 2012, S. 14


Studien:
Eigene Studien mit Hilfe von Social Media führen nur wenige Unternehmen durch: Social Media Monitoring wird von 48% der Großunternehmen durchgeführt, bei mittelständischen Unternehmen sind es jedoch nur 10%. Demnach beobachten nur sehr wenige, welche Unterhaltungen das eigene Unternehmen betreffend in Social Media geführt werden.

Zukunft:
Von den Firmen die Social Media bereits nutzen glauben 62% daran, dass die Bedeutung von sozialen Medien für Unternehmen noch steigen wird. Betrachtet man nur die Großunternehmen sind es sogar 89%. Dies scheint ein Grund zu sein, weshalb 42% der befragten Unternehmen angaben, in Zukunft mehr in die Social Media-Aktivitäten zu investieren als bisher.

Gründe dagegen:
Diejenigen Unternehmen, die Social Media nicht nutzen haben folgende Gründe dafür genannt: 62% sagen, sie erreichen damit nicht ihre Zielgruppe, 50% nennen rechtliche Unsicherheiten und 45% begründen ihre Ablehnung damit, dass Social Media nicht zu der Unternehmenskultur passen würde.


Einen Teil der Ergebnisse war bereits Grundlage für meinen vorherigen Post und diese sollen auf jeden Fall auch in meinem nächsten Post berücksichtigt werden, in welchem ich meine Vorauswahl an potentiellen Kommunikationsabsichten eingrenzen und teilweise genauer erklären werde.



Quellenverzeichnis:
  • BITKOM (2012):  Social Media in deutschen Unternehmen. Berlin: BITKOM, abrufbar im Internet, URL: http://www.bitkom.org/files/document/Social_Media_in_deutschen_Unternehmen%284%29.pdf; zuletzt abgerufen am 16.01.2014

Montag, 13. Januar 2014

Mögliche Kommunikationsprozesse

Ein ganzer Berg ist schon geschafft, doch jetzt wird der spannendste Teil eingeleitet:
Nachdem ich Euch im letzten Beitrag mitgeteilt habe, wie das Voting ausgegangen ist, sind alle meine Untersuchungsgegenstände gefunden. Da nicht mehr viel Zeit bis Beendigung des E-Papers bleibt, muss ich mich also so langsam an die Leitfadenentwicklung machen. Doch damit das geht, fehlt noch ein bisschen Theorie.

Um meinen Leitfaden optimal anfertigen zu können, werden wir jetzt die Möglichkeiten der Kommunikationsprozesse durchgehen, die die unterschiedlichen Zeitungen mit ihrem Social Media-Auftritt anstreben könnten.
Da es kaum konkrete Literatur zu meiner Forschung gibt, bilden erstmal angestrebte Kommunikationsprozesse in Social Media von Unternehmen im allgemeinen die Grundlage.

Hinter den Punkten stehen Zahlen, lasst Euch dadurch nicht verwirren, diese stehen für diverse Quellen. Ich fand es so übersichtlicher als hinter jeden Punkt den Verweis zu schreiben.
 
Unternehmen können Social Media nutzen...
  • als zusätzlichen Kanal zur Reichweitensteigerung (3, 4)
  • für Kundenbeziehungsmanagement (1, 2, 4, 5):
      • Kundenbindung, Kontaktpflege
      • direkten Kontakt fördern
      • Dialog ermöglichen
      • Feedbackkanal einrichten
      • traditionellen Feedbackkanal ablösen oder ergänzen
      • Neukundengewinnung ( durch Empfehlungsmarketing)
      • um mehr über Kunden und sein Verhalten zu erfahren
      • Kundenservice, Support
      • als zusätzliche Informationsquelle für Kunden
  • zur Personalisierung der Inhalte, zielgruppengenau Ansprache (3) 
  • fürs Personalmarketing (2, 4, 5)
      • neues Personal
      • interne Kommunikation
  • zum Aufbau von Beziehung zu Multiplikatoren (5)
  • zu Gunsten ihrer Produkte:
      • Produktwerbung, Produkt-PR, Werbezwecke (2, 4)
      • Produktentwicklung (5)
      • zur Erschließung neuer Vertriebskanäle (4)
  • um ihr Image und Markenbekanntheit verbessern (4, 5)
  • um ihr Ranking in Suchmaschinen zu verbessern (4, 5)
  • um damit mehr Traffic auf die Unternehmenswebseite zu bringen (4)
  • um die Öffentlichkeitsarbeit authentisch, schnell und relevant zu gestalten (4)
  • für Events (1, 2)
  • für Krisenkommunikation (1, 2, 5)
  • um Marktforschung, Social Media Monitoring zu betreiben (2, 5)
  • um eine crossmediale Präsenz aufzubauen (3)

 [(1) Vgl. Heymann-Reder, 2011, S. 30-40;
(2) Vgl. Schindler & Liller, 2011, S. 129 - 292;
(3) Vgl. Trost & Schwarzer, 2012, S. 48-50;
(4) Vgl. Grabs & Bannour, 2011, S. 29 - 33; S. 211 - 213;
(5) Vgl. Bitkom, 2012, S.11-13;]

Da dies eindeutig zu viele potentielle Kommunikationsprozesse sind und einige auch augenscheinlich nicht auf Zeitungen zutreffen, werde ich in meinem nächsten Post einige dieser Punkte aussortieren und somit die Anzahl verringern. Eventuell lassen sich einige Punkte auch weiter zusammenfassen. Außerdem möchte ich Euch in meinem nächsten Beitrag auch einige der Punkte genauer erläutern, damit ein einheitliches Verständnis der Begriffe herrscht und ihr meine Entscheidung für einige der Punkte besser nachvollziehen könnt.

Wenn Euch weitere Punkte einfallen, die ich nicht aufgeführt habe, dann nur her damit! Ich würde mich sehr über Anregungen freuen.


Bis dahin viele Grüße,
Lisa

 Quellenverzeichnis:
  • BITKOM (2012):  Social Media in deutschen Unternehmen. Berlin: BITKOM, abrufbar im Internet, URL: http://www.bitkom.org/files/documents/Social_Media_in_deutschen_Unternehmen%284%29.pdf; zuletzt abgerufen am 11.01.2014
  • Grabs, A.; Bannour, K.-P. (2011): Follow me! Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co. Bonn: Galileo Press
  • Heymann-Reder, D. (2011): Social Media Marketing. Erfolgreiche Strategien für Sie und Ihr Unternehmen. München: Addison-Wesley
  • Schindler, M.-C.; Liller, T. (2011): PR im Social Web. Das Handbuch für Kommunikationsprofis. Köln: O’Reilly Verlag
  • Trost, K. E.; Schwarzer, B. (2012): Social Web auf Online-Portalen deutscher Zeitungen. Eine empirische Untersuchung des Nutzungsverhaltens. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

Sonntag, 12. Januar 2014

Offenbacher Post gewinnt die Abstimmung

Hallo liebe Leser,
die Abstimmung ist inzwischen beendet und mein letzter Untersuchungsgegenstand steht fest.
Wer sich das digitale Brainstorming, sprich die Zeitungsvorschläge, gesammelten Pro- und Contra-Punkte und die Abstimmung noch einmal ansehen will, kann das gerne hier tun.

Für die, die einfach eine schnelle Übersicht haben wollen, habe ich die Ergebnisse in ein Diagramm übertragen und auch mal die Prozentzahlen ausgerechnet:

Eigene Darstellung der Ergebnisse der Abstimmung zu meinem sechsten Untersuchungsgegentand

Man sieht gleich auf den ersten Blick: Die Offenbacher Post hat mit 28,6 Prozent das Rennen gemacht und wird mein letzter Untersuchungsgegenstand.
Die Offenbacher Post ist sehr aktiv auf mehrere Social Media Kanälen: Twitter, Facebook, Youtube. Ich bin schon sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Ich möchte allen Danken, die fleissig vorgeschlagen und abgestimmt haben. Ich hab mir vor Abstimmungsende bereits alle Zeitungen und ihre Social-Media-Auftritte angesehen und jeder Vorschlag wäre geeignet gewesen und hätte mir gut gefallen. Also danke für die produktive Mitarbeit! :)

In den nächsten Tagen werde ich noch einmal einen letzten Theorie-Teil abarbeiten, um dann endlich meinen Leitfaden zu erstellen und die Interviewanfragen rauszusenden.
Außerdem möchte ich euch jede Zeitung die ich untersuchen werde auch noch ganz kurz vorstellen und die Links zu ihren Auftritten zur Verfügung stellen. Wahrscheinlich geschieht das aber erst in der Zeit, in der ich auf Antworten warte oder ich kombiniere dies mit der Darstellung der Ergebnisse - wir werden sehen.

Falls Ihr Anmerkungen zu der Abstimmung habt oder schon Erfahrung mit der Offenbacher Post sammeln konntet, könnt Ihr diese gerne mit mir und meinen Lesern über die Kommentarfunktion teilen. Ich würde mich sehr freuen!